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Trauma-Therapie nach Dr. P. Levine
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Somatic Experiencing ist eine neue Therapieart, um Menschen von der zerstörerischen Energie von Traumata zu befreien. Als Vorbild von Somatic Experiencing diente die Natur der wildlebenden Tiere, denn wildlebende Tiere werden nicht traumatisiert, auch wenn sie tagtäglich grossen Bedrohungen gegenüberstehen. Man fand heraus, dass die wildlebenden Tiere nach einer Bedrohung eine spezielle körperliche Entladung der Überlebensenergie, die das Nervensystem bereitstellte, vornehmen.
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Trauma ist all das, was uns nicht das Einssein erfahren lässt und ist zugleich der Weg zum Einssein.
Trauma ist keine Leiden und keine Krankheit.
Trauma ist die Reaktion auf ein überwältigendes Erlebnis.
Kinder sind anfälliger traumatisiert zu werden.
Keine zwei Menschen erfahren Traumata auf genau die gleiche Art und Weise. Das Verstehen dieser Unterschiede wird uns helfen, uns nicht gegenseitig zu verurteilen. Verstehen und das Verständnis ist wahrlich eine Haltung, die wirkliche Heilung bringen kann. Wenn wir traumatisiert sind, brauchen wir Hilfe und nicht Verurteilung. |
Trauma ist all das, was uns nicht das Einssein erfahren lässt und ist zugleich der Weg zum Einssein. Traumata sind wohl die meist gemiedenen, geschmähten, ignorierten, geleugneten, unverstandenen und unbehandelten Gründe für menschliches Leiden. Sie sind auch die Quelle von enormen Qualen und Dysfunktionen. Sie sind kein Leiden und keine Krankheit, aber sie sind das Nebenprodukt eines instinktiv angereizten, veränderten Bewusstseinszustands. Wir kommen in einen solchen veränderten Zustand - lasst ihn uns den Überlebensmodus nennen - wenn wir bemerken, dass unser Leben in Bedrohung ist. Wenn wir von dieser Bedrohung überwältigt und unfähig werden, uns erfolgreich zu verteidigen, können wir uns in diesem Überlebensmodus festfahren. Dieser sehr aktivierte Zustand des autonomen Nervensystems ist eigentlich ausschliesslich dazu bestimmt, kurzfristige Verteidigungsmechanismen zu ermöglichen. Wenn dieser Zustand aber nicht behandelt wird, formt er sich in Traumasymptome um. Diese Symptome können irgend einen Aspekt unseres Lebens angreifen und sind kraftvoll genug, das Gefüge unserer eigentlichen individuellen, kulturellen, politischen, religiösen und spirituellen Absichten zu verdrehen und zu entstellen. Das wohl wichtigste, was es über Traumata zu verstehen gibt, ist die Tatsache, dass Menschen, vor allem Kinder, von Ereignissen überwältigt werden können, die wir meistens als gewöhnlich und alltäglich ansehen. Bis vor kurzem limitierte sich unser Verständnis von Traumata auf der Erfahrung von kriegsneurotisierten Soldaten und Opfern von Unfallkatastrophen und extremen Verletzungen. Wie auch immer, diese enge Sichtweise beinhaltet nicht die ganze Wahrheit. Über längere Zeit hinweg kann eine Serie von so genannt kleinen Missgeschicken die gleiche beschädigende Wirkung auf eine Person haben, wie ein grosses Traumaereignis, wie dies Kriege oder Überfälle darstellen. In diesem Sinne haben die meisten von uns schon Traumata erlebt, dies direkt oder indirekt. Keine zwei Menschen erfahren Traumata auf genau die gleiche Art und Weise. Was für jemanden harmlos erscheinen mag, ist für einen anderen Menschen ausserordentlich schrecklich. Viele Faktoren sind involviert, welche die Reaktion auf das Trauma ausmachen, einschliesslich dem Alter des Menschen, die Geschichte des Traumata, die Familiendynamik, und sogar der genetische Aufbau. Das Verstehen dieser Unterschiede wird uns helfen, uns nicht gegenseitig zu verurteilen. Verstehen und das Verständnis ist wahrlich eine Haltung, die wirkliche Heilung bringen kann. Wenn wir traumatisiert sind, brauchen wir Hilfe und nicht Verurteilung. Die enorme Verschiedenheit und Vielfältigkeit, die ein Individuum an Wahrnehmungen und Reaktionen hat, macht es schwierig, eine generelle Definition vom Trauma zu erstellen. Was wir aber wissen ist, dass nicht das Ereignis an und für sich traumatisch ist, sondern traumatisch wirkt sich viel stärker aus, wie die Wahrnehmung des Ereignisses und wie die Kapazität auf das Ereignis zu reagieren, ist. Wenn ein Mensch eine Situation als lebensbedrohlich einschätzt, dann ist diese Situation potentiell traumatisch. Unsere Reaktion, eine Bedrohung wahrzunehmen, kann auf eine objektive, verständliche oder unterschwellige, unverständliche Art und Weise beeinträchtigt werden. Zum Beispiel ist es verständlich, dass ein Kriegsveteran sehr stark reagiert, wenn ein Auto fehlzündet. Es ist auch verständlich, dass eine Person, die gefoltert wurde, in einem überfüllten Lift kalte Schweissausbrüche bekommt. Wie auch immer, die meisten von uns, die von einer Serie von eher alltäglichen Situationen überwältigt wurden, haben Reaktionen, die nicht so leicht nachvollziehbar sind. |
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Die menschlichen Reaktionen auf eine Bedrohung sind primär instinktiv und biologisch und erst sekundär psychologisch und kognitiv (auf Erkenntnis beruhend, verstandesbewusst). |
Wie kann ein Trauma entstehen?
Die menschlichen Reaktionen auf eine Bedrohung sind primär instinktiv und biologisch und erst sekundär psychologisch und kognitiv (auf Erkenntnis beruhend, verstandesbewusst). Die Reaktionen beinhalten drei grundlegende Reaktionspläne: Flucht, Kampf und das Erstarren (Totstellen). Diese drei Reaktionen sind allen Säugetieren eigen.
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R = Ressource E = Entladung des Nervensystems X= Nicht verfügbare oder keine Ressource mehr |
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1. Eintreten in den "Erregungskreis" 2. Mobilisation
3. Entladen der Energie durch die Vollendung der angepassten Verteidigungsreaktionen, durch Kampf und Flucht. 4. Zurück zum ausgeglichenen Nervensystem |
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1. täuschen des Angreifers 2. kein Schmerz in der Erstarrung
Tiere, die eine Attacke durch das Erstarren/Totstellen überlebt haben, erlauben und lassen die anschliessende biologische Entladung des Energieüberschusses und das Vollenden des Erregungskreises zu.
1. Furcht vor der Überlebensenergie 2. Angst die Kontrolle über unseren Körper zu verlieren
Autounfälle, auch kleinere, können sehr überwältigende Ereignisse darstellen.
Auf die gleiche Weise lassen dir die vielen alltäglichen Bedrohungen keine adäquate Entladung der Energie zu. |
Wenn wir von einer bedrohenden Situation überwältigt sind und es uns unmöglich ist zu kämpfen oder zu fliehen, wenden wir instinktiv den dritten Reaktionsplan an, das Erstarren/Totstellen. Diese defensive Reaktion dient zwei Zwecken:
Auch wenn wir erstarrt sind, ist unser Nervensystem immer noch extrem erregt. Es ist uns nicht möglich, irgend einen Teil der Flucht- oder Kampfenergie zu entladen, die unser Körper bereitgestellt hat. Dies ist ein Zustand, wie wenn du beim Autofahren voll auf das Gas- und gleichzeitig auch auf das Bremspedal trittst. Es ist unmöglich, den Erregungskreis zu vollenden, wenn wir uns nicht bewegen können. Tiere, die eine Attacke durch das Erstarren/Totstellen überlebt haben, erlauben und lassen die anschliessende biologische Entladung des Energieüberschusses und das Vollenden des Erregungskreises zu. Eigentlich machen sie das nach dem Ereignis, durch schütteln und zittern. Auf diese Weise wird die spontane und autonome Atmung wieder hergestellt. Diese instinktive Reaktion erlaubt es dem Nervensystem, seine Balance wiederzugewinnen. Leider haben die Menschen es viel schwieriger, diesen Prozess zu vollenden. Es gibt zwei grundlegende Gründe für diese Schwierigkeit:
Wegen diesen Ängsten verhindert oder blockiert unser rationales Gehirn (das Verstandesdenken) die Vollendung des Prozesses. Wenn dies passiert, bleibt unser Nervensystem in einem Erregungszustand. Auch wenn die Bedrohung schon lange vorbei ist, der Körper und das Hirn reagieren so, als existiere die Bedrohung immer noch und schütten weiterhin die Flucht- und Kampfchemikalien aus. Wenn zum Beispiel ein erwachsener Mensch ein Kind überwältigt, wird die instinktive Überlebensenergie des Kindes verunmöglicht, zum Zuge zu kommen. Kennzeichnend für diese Situation ist, dass das Kind ihr ganz alleine ausgesetzt und keine Möglichkeit hat, einen Fluchtversuch zu starten. Das Kind, wie auch alle anderen Organismen, sucht lebensfähige Methoden, um diese große, überwältigende Energie, die durch die Bedrohung hervorgerufen wurde, zu kontrollieren. Die verschiedenen Methoden der “Schadenskontrolle” werden zu Traumasymptomen. Autounfälle, auch kleinere, können sehr überwältigende Ereignisse darstellen. Dies, weil die Dinge, die passieren, viel zu schnell geschehen, als dass wir darauf richtige Defensivreaktionen bereitstellen können. Auch wenn du eine Chance hast, auf die Bedrohung des entgegenkommenden Autos zu reagieren, um einen schwereren Unfall zu vermeiden, bleibt dir nur die Möglichkeit, das Steuer herumzureissen. Doch dein Körper hat dir nun schon genug Energie bereitgestellt, um dich vor einem hungrigen Tiger zu retten! Auf die gleiche Weise lassen dir die vielen alltäglichen Bedrohungen keine adäquate Entladung der Energie zu. Die starke Energie, statt sie transformieren zu können, bindet sie sich im Körper und im Verstand fest. Die Traumasymptome sind das Resultat. | |||||
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Trauma ist nicht eine Krankheit. Trauma ist eine Stufe von Nicht-Wohlsein.
1. Stadium Ungewöhnlich starke Erregungszustände
Kontraktion
Dissoziation
Leugnen
Gefühle von Hilflosigkeit, von Unbeweglichkeit/ Immobilität oder von Einfrieren
2. Stadium
3. Stadium
4. Stadium |
Trauma ist nicht eine Krankheit. Trauma ist eine Stufe von Nicht-Wohlsein. Ein unangenehmes Gefühl ist ein Signal, an uns, dass etwas in uns unsere Aufmerksamkeit erfordert. Wenn dieses Signal und wenn es noch so klein sein mag, unbeantwortet bleibt, kann sich das möglicherweise in ein Traumasymptom entwickeln. Jedes Individuum ist einzigartig, daher ist es schwierig, eine komplette Liste von Taumasymptomen zusammenzustellen. Wie auch immer, einige Symptome sind universell, da sie bei den meisten Traumatisierten anzutreffen sind. Im generellen scheinen einige Symptome früher zu erscheinen als andere. Die Liste ist nicht für diagnostische Zwecke gedacht, sondern soll helfen, ein Gefühl für die progressive Manifestation von Traumasymptomen zu entwickeln. Natürlich werden nicht alle Symptome, die hier aufgelistet sind, ausschliesslich durch Traumata hervorgerufen. Und es ist auch nicht so, dass wenn irgend jemand eines oder mehrere Symptome aufweist, zwangsläufig traumatisiert ist. Eine Grippe zum Beispiel kann einige gleiche Symptome aufweisen wie die von Traumata. Der Unterschied jedoch liegt darin, dass die Grippesymptome jeweils wieder vergehen, während die, die von einem Trauma verursacht worden sind, nicht vergehen. Die typischen ersten Symptome sind:
Andere Symptome, die zur gleichen Zeit oder etwas später auftreten, sind:
Mehrere der genannten Symptome können auch in späteren Phasen auftreten. In der nächsten Phase treten folgende Symptome auf:
Die letzte Gruppe umfasst Störungen, die erst nach längerer Zeit entstehen und denen meist einige der früheren Symptome vorausgegangen sind. Ihr werdet feststellen, dass einige Symptome in allen drei Listen vertreten sind. Es gibt keine feste Regel dafür, welches Symptom ein Organismus unter welchen Umständen entwickelt. Zudem ist keine dieser Listen vollständig. Zu den Symptomen, die gewöhnlich zuletzt auftreten, zählen:
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Wenn Trauma geschieht, entsteht ein Verlust :
Wenn Trauma geschieht, entstehen Erfahrungen von:
Umwandlung ist Wiederherstellung der Verluste und das Heilen der Effekte des Traumas.
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| Zurück zum Textanfang | Scham, die Zwillingsschwester des Traumas
Was mit einem Trauma häufig eng verbunden ist, ist ein Schamgefühl, das den Menschen zu sehr blockieren kann, um seine Energie zu entladen. Scham ist eine normale Erscheinung im Leben des Menschen und in seiner Entwicklung ist sie wichtig, um soziales lernen zu erlernen. Dieser Entwicklungsschritt tritt beim Menschen etwa um das 4. Lebensjahr in Erscheinung. In dieser Zeit erlernt das Kind die Spielregeln des Gruppenzusammenseins. Es hat damit zu tun, dass das Kind lernen muss, dass einerseits andere Mitmenschen auch ihren Willen besitzen und diesen zu akzeptieren und andererseits, dass das Kind selbst auch das Recht hat, sich zu präsentieren und seine Wünsche und Ideen kundzutun. Es ist ein Erwecken eines gesunden Gruppenverständnisses auf der Basis des Respektes und Mitgefühls zueinander. Die Ermöglichung, dass das Kind dies umfassend erlernen kann, ist gebunden an die für das Kind wichtigen Menschen. Das Kind hängt an und liebt ganz bestimmte Menschen in seinem Leben, welche vor allem die Eltern sind. Scham entsteht primär beim Menschen dadurch, dass er eine Niederlage erlebte, bei dem, was er eigentlich machen wollte. Das Gefühl von versagt zu haben und Schuld ist in solchen Situationen ein ständiger Begleiter der Scham. Die Intensivierung dieser Scham wird durch das Faktum ausgelöst, dass es häufig die eigenen Eltern waren, die diese Niederlage hervorgerufen haben. Die sehr starke Aktivierung im Körper des Kindes, kann dann als einschleichendes Lähmungsgefühl, Gedankenleere, so als Nichtwissen, was im Kopf vor sich geht, Ohnmachtsgefühl bis zum Kollaps erfahren werden. Äusserlich ist dies sichtbar durch herunterhängende Schultern, Kopf nach vorne gebeugt, und allgemein eingefallene Haltung. Wie gesagt, ist diese zersetzende, lähmende Energie, die sich so im Körper ausbreitet und erfahrbar gemacht wird, enorm gross und bleibt meist völlig im Körper stecken, wenn sie nicht bewusst umgewandelt wird. |
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Wie die Sexualität sich mit der Scham verkoppeln kann.
Die Sexualität ist eine stark missverstandene Angelegenheit. Durch diesen Umstand kommt es dazu, dass die Scham eng mit der Sexualität verknüpft wird. Die natürliche Freude bei der Ausübung der Sexualität wird im Kindesalter meistens abgeblockt und als schmutzig abgetan. So wird das Kind während dem Spiel mit seinen Genitalien abrupt unterbrochen. Die Freude, die es so durch seinen Körper erfährt, wird als schlecht dargestellt und so mit dem aufkommenden Schamgefühl verkoppelt. Das Kind kommt so in einen argen Konflikt mit sich selber, denn es hat erfahren, dass solche Freude nicht gut sei und erfährt im Körper zwei widersprüchliche Gefühle, die zu argen Problemen im Umgang und Kontaktaufnahme mit den Mitmenschen führen können. Unsere Vorstellung der Sexualität ist durch solche Mechanismen extrem verzerrt worden. So weit sogar, dass die Sexualität in manchen Kreisen, als vom “Teufel” kommend angesehen wird. Hier kommt dann noch eine weitere Verkopplung der Scham mit Glaubenssätzen längst vergangener Epochen dazu. Die ganze Angelegenheit wird noch verzerrter wahrgenommen, so dass ein wahres Chaos in den Gefühlen des Menschen entstehen kann. Dieses Chaos kann bei einigen Menschen zur Zeitbombe werden, da die Sexualität (die nichts anderes als ein Aspekt unsere Lebensenergie darstellt) eine enorme Kraft ist, die sich ausdrücken möchte. Dieser Ausdruck einer gestörten sexuellen Entwicklung, wird sich in den beiden extremsten Entwicklungen entweder als ein übertrieben starkes sexuelles Ausagieren oder andererseits als “Puritanertum” manifestieren. Diese Tendenzen zeigen auch Menschen, die in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden sind. Wobei sich hier häufig die erlebten Energien noch in viel stärkeren und anderen Symptomen und Verhaltensweisen zeigen werden. |
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Heilung durch schrittweise Entadlung der Überlebens-energie I.Entkoppeln der Angst von der Immobilität,
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Heilung von Trauma geschieht durch die schrittweise Entladung der immensen Überlebnesenergie, die noch in der Immobilitäts-Reaktion gebunden ist. Wir erreichen dies durch:
Heilung kann mit dem Prozess der physischen Geburt verglichen werden. Der Heilungsweg lässt uns in ein Bewusstsein des neu Geborenwerdens eintauchen und lässt uns mit dem Lebensstrom vereinen. Trauma, wie auch die Arbeit, kann uns helfen, den entscheidenden instinktiven Kick zu geben, um zu neuem Leben zu erwachen und uns nach Hause zu führen. Umwandlung sieht anders aus als ein Befreien von Symptomen. Wenn eine Traumaheilung stattgefunden hat, geschieht ein fundamentaler Wandel im Menschen, da das Nervensystem seine Fähigkeit der Selbstregulation zurückgewinnt und viel neues dazukommt. Wissenschaftler haben drei in sich selbständige Gebiete im Hirn des Menschen lokalisiert:
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Es ist nicht nötig, das traumatische Geschehen nochmals kathartisch zu durchleben.
Traumatische Erlebnisse sind keine ewig sicht- und spürbaren Narben, sondern sie sind Gelegenheiten für eine tatsächliche Heilung des Menschen. |
Im SE “verhandeln” wir das Trauma neu. Dazu ist es nicht nötig, das traumatische Geschehen nochmals kathartisch zu durchleben. Es ist sogar möglich, ohne Inhalte oder Erinnerungen zu arbeiten. Dies kann sehr sinnvoll sein, vor allem, wenn das Ereignis emotional noch zu belastend ist. Der Körper und seine Empfindungen sind die wesentlichen Elemente, die wir als Ausgangspunkt der Reise ins Menschsein brauchen. Denn der Körper stellt alles Nötige zur Verfügung, um den Heilungsprozess in Gang zu bringen. Ein wichtiger Schritt in der Heilung besteht darin ein Gefühl der Sicherheit und Wohlbefinden im eigenen Körper herzustellen. Wesentliche Elemente im Heilungsprozess sind: Erdung, Zentrierung, Ressourcenbildung und das Nachspüren -”Tracking”- der Körperempfindungen, Gefühle, Verhaltensweisen, Gedanken, Bilder, Bewegungen und den Grundsatz: "Langsam ist schneller!". Zunächst werden mit dem Klienten jene Ressourcen - alles was einer Person hilft das Gefühl von selbst und innerem Zusammengehören zu erleben und zu halten - entwickelt, die während der ursprünglichen Situation fehlten oder zu schwach waren. Auf dieser gestärkten Basis erfolgt dann die Annäherung an das traumatische Ereignis. Im Pendeln zwischen den Ressourcen und der überwältigenden Erfahrung wird die “eingefrorene” Überlebensenergie “aufgetaut”. Ein Schlüssel dabei ist die sogenannte “Titration”: die Veränderung soll bewusst in kleinen Schritten erfolgen, damit das System diese auch wirklich integrieren kann. Die unvollständige Überlebensreaktion kommt dadurch zum natürlichen Abschluss und somit auch die Trauma-Symptomatik. Traumatische Erlebnisse sind keine ewig sicht- und spürbaren Narben, sondern sie sind Gelegenheiten für eine tatsächliche Heilung des Menschen. Hier nur ein paar wenige Elemente, die während einer Therapie auftauchen können.
Dies ist nur eine kurze Erläuterung über Trauma und Traumatherapie. Bei weiteren Fragen können sie sich direkt an mich wenden. Mit lieben Grüssen Christoph Wälchli
CH-2502 Biel/Bienne (Schweiz) |
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